Topics GREEN world Stories & Images about us contact us

myGREENnews.com

Home »  Topics »  politics
Topics
politics
business
society
culture
GREEN World
development
education
communication
environment
health
human rights
UN & NGOs
Stories & Images
people
regional
photo journal
photo: Gunhild Daecke

Schwarzer Trauer: Bestraft die Natur nur die armen Schwarzen?

Ohnmacht der Supermacht USA nach der Hurrikan-Katastrophe

 

September 2005, Su-Kyung Han

Wenn man die Nachrichten über die Naturkatastrophe im Süden des Landes der USA, vor allem über New Orleans, in den letzten Tagen verfolgt hat, ist man in vielerlei Hinsicht fassungslos und entsetzt, nicht nur wegen des Ausmaßes des Katastrophengebietes, das so groß wie England ist, sondern auch wegen der „lahmen Enten“-Reaktion der Bush Regierung auf die vom Hurrikan und daraus resultierenden katastrophalen Situation der betroffenen Menschen.

Warum kannte die selbst ernannte Supermacht der Welt die USA, die unter der Regierung Bush in der Lage sei, überall auf der Welt Kriege zu führen, notfalls allein, und an verschiedenen Orten gleichzeitig militärisch zu operieren behauptet, auf die vorhergesehene Naturkatastrophe nicht schnell genug reagieren? Zu Recht wurde Bush wegen der schleppenden Katastrophenhilfe der letzten Tagen viel kritisiert, und es bleiben noch viele Fragen offen. Warum kam die Rettungsaktion so spät, bis der Bürgermeister New Orleans Ray Nagin wütend die Regierung in Washington schimpfte, und warum sind die Opfer diesmal die Alten, Sozialschwachen, und vor allem überwiegend Schwarze?

Nach dem 11. September zeigte die Bush Regierung blitzschnelle Hilfeaktionen für die Opfer der Anschläge und eine Inszenierung der amerikanischen Helden. Mit Hilfe der weltweiten solidarischen Unterstützung und Sympathien zögerte sie nicht den Krieg in Afghanistan zu beginnen, dann kam der umstrittene Irakkrieg, der zur Spaltung der Welt führte. Bush präsentiert die USA gerne als Supermacht und Retter der Welt und zeigt zugleich demonstrativ, wer die Weltpolitik bestimmt. Man erinnert sich noch lebendig daran, wie gut die USA nach der Tsunami-Katastrophe vor den Augen der Welt die Einsatzfähigkeit ihres Militärs demonstrierte.

Im Gegensatz zum Fall des Finanzturms, dem World Trade Center, dem Symbol des Reichtums, waren die Opfer diesmal nicht von Terroristen, sondern von der Natur, dem Hurrikan „Katrina“ angegriffen worden. Die Flutopfer der Golfküsten sind leider nicht einmal Wert, seinen Urlaub vorzeitig abzubrechen, denn die meisten Betroffenen sind lediglich arme Schwarze, die sowieso nicht zu dem Wahlklientel von Bush gehören? Eine Politik, die die Wirtschaft und militärische Macht betont und zugleich soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und Umweltschutz missachtet, ist die Hauptursache dieser überdimensionalen Katastrophe.

Mann glaubt kaum, wie viele Menschen in diesen Orten unter der Armutsgrenze leben, und dass dort noch die Rassentrennung gelebt wird. Wir hören die Nachrichten über die Naturkatastrophe in den USA, die weltgrößte Wirtschaftsnation, es sind keine Berichte aus den Dritten Welt. Wenn man die Szenen genau beobachtet, würde man aber sagen, dass dies irgendwo in Afrika hätte passiert sein. Parallel zu den leidenden Menschen in Afrika sind die Flugopfer in den USA arm und schwarz, ein Unterschied ist nur diesmal, dass die Leidenden nicht von der Welt im Stich gelassen, sondern von der eigenen Regierung.

Die Verachtung und Vernachlässigung der armen, alten und schwarzen Menschen ist nicht neu, sogar sei dieses Verhalten typisch für die amerikanische Politik, meint der Historiker und Soziologe Mike Davis im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (5. September). „New Orleans ist seit Jahren berüchtigt, weil dort versucht wird, die arme schwarze Bevölkerung aus der Stadt zu vertreiben. Die Eliten, die über die Stadt herrschen, setzen sich zusammen aus der traditionell weißen Wirtschaftsschicht und einer kreolischen Politikerklasse“, so Davis.

Für die Bekämpfung der hohen Kriminalitätsrate scheint es in den USA häufig eine Politik der einfachen Mittel zu geben, eine Art der ethnischen Säuberung oder Rassentrennung, als die wirklichen Ursachen zu bekämpfen. „Dieselben Leute, die aus der Stadt vertrieben werden sollen, sind es nun, die den bewaffneten Nationalgarden gegenüberstehen. Der Bauplan der Stadt ist einzigartig, an den Boulevards stehen die prächtigen herrschaftlichen Häuser, gleich dahinter leben Schwarze in Hütten - wie früher, als vorne die weißen Sklavenhalter und dahinter die schwarzen Sklaven lebten,“ fügt Davis hinzu.

Der Leiter von Caritas International, Dr. Martin Salm, wies darauf hin, dass in New Orleans und Biloxi die sozial Schwächsten und die am Rande der Gesellschaft Lebenden am schlimmsten betroffen seien. „Durch die Naturkatastrophe sind soziale Probleme offenkundig geworden, die man sonst am liebsten verdrängt.“ Die Katastrophenopfer sind die Menschen, die weder ein Auto noch Geld zum fliehen besaßen und meist aus dem Bezirk New Orleans Parish, wo zwei Drittel der Bürger Schwarze seien und viele unter der Armutsgrenze leben.

Anders als am 11. September spielt bei dieser Katastrophe die Religion keine Rolle, es geht diesmal um die Hautfarbe und soziale Klasse, die entscheidend für das Schicksal des Überlebens war. Wenn man aus der Sicht der Opfer die logische Schlussfolgerung zieht, gilt die Formel: „Die Armut ist schwarz, schwarz heißt arm. Die armen Schwarzen haben das Recht, als erste zu sterben, aber als letzte zu überleben, ein schwarzer Trauer!“ Viel gesprochen wird daher auch über eine neue Bürgerrechtsbewegung, Zeit für die Auferstehung eines Martin Luther Kings.

 

politics »
Anne Jung, medico international
Ein Alptraum im Wachzustand
Angola zwischen Krieg und Frieden: Alptraum ohne Ende?
한국 여당, 아시아 국회 정당연대 추진
끝없는 국가 이기주의로 인한 유럽공동체의 위기
Bush peace flag
Die zwei geteilte Stadt Mainz
둘로 갈라진 도시 마인츠
top TOP
imprint | disclaimer