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Afrika ist im Aufbruch, Afrika ist die Zukunft

ÜberMorgen – Trendsetter Afrika (1)

Prince Kum’a Ndumbe III, Douala/Bayreuth, den 14. Nov. 2011
Prince Ndumbe III, photo: AfricAvenir International

Ich kam als junger Schüler in dieses eure Land im Juli 1961, nach München, und konnte nicht einmal „Guten Tag“ auf Deutsch sagen. In diesem November 2011 lassen Sie mich von Kamerun einfliegen, damit ich in eurer deutschen Sprache den Eröffnungsvotrag zu „ÜberMorgen – Trendsetter Afrika“ im Audimax der Universität Bayreuth halte, wieder mal nach Bayern, auch wenn mancher Franke nach Napoleon verweist, um seine Zugehörigkeit zu Bayern zu beanstanden.

Ich komme gerne in diese Stadt, zum Dialog. Frau Madigueye Cissé aus dem Senegal wird preisgekrönt, wegen ihrer ausserordentlichen Leistung und Hingabe im Kampf, Mauern abzubauen, dagegen aber Würde und Menschlichkeit zum Triumpf zu bringen. Auf eurem Boden, in Europa. Ich bin euren Eltern und Grosseltern dankbar, auch meinen deutschen Eltern, die ein Zueinander der Menschen verschiedener Völker als Notwendigkeit erkannten, den Weg mit Mut bereiteten, damit eine Madigueye Cissé erfolgreich in eurer europäischen Heimat den sesshaft gewordenen Einwanderern aus Afrika ein europäisches Zuhause ermöglichte. Meiner Schwester Cissé aus dem Senegal spreche auch ich besonderen Dank und hohe Anerkennung für ihr Engagement aus. Ich weiss aus eigener Erfahrung, was es bedeudet, seit Jahrzehnten als nur Gast in einem Land zu leben.

„Afrika ist im Aufbruch, Afrika ist die Zukunft“, schieb ich als Titel meines deutschverfassten Buches, das vor fünf Jahren in Berlin herauskam. Dieser Titel irritierte und irritiert immer noch manche, die Afrika als hilfsbedürftigen Almosenempfänger verinnerlicht haben, als aidsverseuchten Kontinent und ewigen Unruheherd, der nur durch ständige humanitäre Intervention des wohlwollenden Westen und Norden vor dem Untergang gerettet werden kann. Afrika, der dunkle Kontinent, die „tropische Ergänzung Europas“, wie manche noch vor dem Zweiten Weltkrieg planten, Afrika, diese entwicklungsgehemmte Postkolonie mit ruchlosen Diktatoren, dieser Katastrophenherd mit unbarmherzigen „Warlords“, dieses Afrika soll im Aufruch sein, dieses Afrika soll Zukunft bedeuten? Ich schrieb als Untertitel zu meinem Buch „An die Mitbürger der Einen Welt im anbrechenden 21. Jahrhundert – herausfordernde Reden zur Begegnung“1) .

Ich ging aber noch einen Schritt weiter. Ich bot der deutschen Leserschaft eine Anthologie an, und so dreizehn in Deutsch verfasste Bücher, Essais, Erzählungen, Theaterstücke mit meiner afrikanischen Sicht und Stimme über Europa, über Afrika, über die Welt, über die Wanderschaft zwischen den Kulturen und Kontinenten. Mir war nicht bewusst, dass ich einen Rollenwechsel anstiess, eine rote Linie überschritt. Der Deutsche, der Europäer, der Norden schreibt über sich selbst, über die Welt, über Afrika, über die Afrikaner. Nicht der Afrikaner schreibt über Deutschland, über Europa, über die Welt, über Afrika, und noch dazu für den Leser aus dem Norden, für den deutschen Leser.

Und was passiert da auf einmal? Der lernende Afrikaner als Lehrender und Botschaftsträger? Ich provozierte ein Unbehagen unter manchen Intellektuellen in Deutschland, einigen Afrikaspezialisten hierzulande wurden diese Bücher zur Anbiederung, die Medien schwiegen und rezenzierten nicht. Die Leser aber kauften gut die Bücher, für sich, für Familienmitglieder, für Freunde. Die Nachricht sickerte durch, dass eine afrikanische Stimme ohne Ubersetzungsfilter im deutschsprachigen Raum eine nicht gewöhnliche Botschaft ankündigte und zur Begegnung einlud. Hier stehe ich vor Ihnen, heute, als Zeichen dieses Afrika im Aufbruch, mit einer Einladung zum kritischen Dialog. Ich freue mich ganz besonders, so in Bayern, meiner zweiten Heimat, auftreten zu dürfen.


1) Kum’a Ndumbe III., Afrika ist im Aufbruch, Afrika ist die Zukunft – An die Mitbürger der Einen Welt im anbrechenden 21.Jahrhundert – herausfordernde Reden zur Begegnung, Band II, Verlag AfricAvenir/Exchange & Dialogue; Berlin/Douala, 2006


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