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Vor 125 Jahren haben Kameruner Nein zum europäischen Kolonialismus gesagt.

Feierliche Erklärung: 22. Dezember 1884 - 22. Dezember 2009

photo: 7087@afrika-MulzerEkta_MUCBOOK

"Ich bitte Sie, diese Fahne vom Mast herunterzuholen. Niemand hat uns gekauft. Sie wollten uns mit viel Geld bestechen, wir haben es abgelehnt. Ich bitte Sie, uns unsere Freiheit zu lassen und keine Unordnung zu uns zu bringen".

Mit diesen Worten wandte sich der König der Bele Bele (Bonabéri, damals Hickory Town genannt), Kum'a Mbape alias Lock Priso, am 28. August 1884 schriftlich an den deutschen Konsul.

Kum'a Mbape, der einzige König in Cameroons, der sich weigerte, den Vertrag vom 12. Juli 1884 zu unterschreiben, hatte sowohl in den Rängen seines Neffen King Bell, Ndumb'a Lobe, der auf der Seite von Bonanjo regierte, als auch in denen von King Akwa, Dika Mpondo und denen von King Dido, Jim Epée Ekwalla seine Anhänger.

Der deutsche Unterhändler Eduard Schmidt schrieb Folgendes an seinen Arbeitgeber, den Großhändler Woermann, welcher bereits bedeutende Geschäftsinteressen in Cameroons hatte: „Gestern abend, nachdem wir mit King Aqua, King Bell und Green Joss eine Besprechung über diese Punkte hatten, zogen Aquas Neger und eine Menge Boys jodelnd und schreiend immer an unserer Beach (Strand) vorüber, sich in den rüdesten Ausdrücken über King Aqua und King Bell ergehend, dieselben anklagend, dass sie ihr Land an die Germans verkauft und sie zu Sklaven gemacht hätten. Die Feder sträubt sich zu schreiben, welche Insulte wir von diesen Kerls hinnehmen mussten...Die Aufzüge wiederholen sich leider soeben wieder.“

In einem anderen Vermerk schreibt derselbe Schmidt: „Ich blieb bis 3 Uhr nachts bei King Bell, erreichte aber zu meinem Bedauern nicht meinen Zweck, denn King Bell war durch die drohende, ablehnende Haltung seiner und Aquas Leute so eingeschüchtert, dass er erklärte, nichts ohne den Willen seiner Untergebenen zu tun.“
Die Ankunft des deutschen Kriegsschiffes „Möwe“ am 11. Juli 1884 auf dem Cameroons River (Wouri Fluss) beruhigte diese Könige. King Bell unterschrieb am 12. Juli sogar im Inneren des Kriegsschiffes. Der deutsche Konsul Dr. Max Buchner schreibt ein Jahr später im Juli 1885: „Unsere Besitzergreifung hat überhaupt für alle Kamerunhäuptlinge so viel Unangenehmes zur Folge gahabt, dass sie gern das Geschehen rückgängig machen würden, falls sie könnten“*

In der Folge finden Kämpfe in Bonanjo, Akwa, Deido und Bonabéri statt. In Begleitung der King Bell und King Akwa loyal gebliebenen Truppen wird Bismarcks Reichsmarine Hickory Town (Bonabéri) bombardieren und mit mehr als 300 deutschen Soldaten stürmen. Sie werden dort niemanden finden, da Kum’a Mbape zuvor den Rückzug befohlen hat.
Dies kann als die Geburt des bewaffneten Widerstands gegen den Kolonialismus in Kamerun bezeichnet werden. Der deutsche Konsul Dr. Max Buchner erzählt ausführlich :

„2. Dezember (1884) – Die  Olga  wirft einige Granaten aus ihren Geschützen nach Hickory Town, weil dort Feinde gesehen worden sein solle (...) Dann wieder Landungsmanöver. Das Hgaus des Lock Priso wird niedergerissen, ein bewegtes malerisches Bild. Wir zünden an. Ich habe mir aber ausgebeten, dass ich einzelne Häuser vorher auf ethnographische Merkwürdigkeiten durchsehen darf. Meine Hauptbeute ist eine große Schnitzerei, der feudale Kahnschmuck des Lock Priso, der nach München kommen soll.“

Vor 125 Jahren hat also das deutsche Kolonialregime durch militarische Macht und mit Hilfe von Strohmännern den Tangué der Bele Bele als Kriegsbeute geraubt, um ihn ins ethnographische Museum, dem Münchener « Völkerkundemuseum » zu sperren, dessen Direktor der gleiche Dr. Max Buchner später werden wird.

Ich, Prinz Bele Bele, Kum, Sohn von Ndumbe III., selbst Sohn von Kum’a Mbape (Lock Priso), an diesem 22. Dezember 2009, 125 Jahre nachdem koloniale und neokoloniale Politiken unsere Gesellschaftsordnungen nachhaltig zerstört haben, ehre all diese Kameruner/innen, die mit Klarsicht und Tapferkeit den Kolonialismus von Anfang an abgelehnt haben,

und erkläre feierlich : «Ich verlange von der deutschen Regierung, dass der Tangué meines Grossvaters Kum’a Mbape, der als Kriegsbeute geraubt wurde, mir, meiner Familie und unserem Volk zuzüglich entsprechender Entschädigungen zurückgegeben wird, wie die aktuell geltenden internationalen Konventionen es vorsehen. Der dauerhafte Frieden und die Aussöhnung zwischen den Nationen/ Kulturen lassen sich nur realisieren, wenn fundamentale Ungerechtigkeiten durch Reparationen ausgeglichen werden. »

Ich würdige die Deutschen, die sich in Deutschland organisiert haben, damit der Tangué der Bele Bele nach Kamerun zurückkommt.

So sei es !

In Bonabéri, ehemals Hickory Town, den 22. Dezember 2009.

Prince Kum’a Ndumbe III
Le Prince Bele Bele
E-Mail : tanguelockpriso@ymail.com

*Für genaue Referenzen und Details zum Transfer der Souveränität zur deutschen Autorität siehe: Kum’a Ndumbe III, Das Deutsche Kaiserreich in Kamerun 1840-1910, Verlag AfricAvenir/Exchange & Dialogue, Douala/Berlin,  2005, und vom selben Autor: L’Afrique s’annonce au rendez-vous, la tête haute ! Nachwort vom Pastor Simon Bolivar Njami, Verlag AfricAvenir/Exchange & Dialogue, Douala/Berlin, 2005.; siehe auch RKA ( Reichskolonialamt) Nr. 4202, Bl. 5 ff und RKA Nr. 4447, Bl. 69 ff.


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