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photo: ©UNICEF/Rudi Tarneden

Ein Jahr nach dem Tsunami

UNICEF: Die Nothilfe war erfolgreich - doch die Herausfoderung des Wiederaufbaus steht noch bevor

Berlin, Dezember 2005
Ein Jahr nach der verheerenden Flutkatastrophe in Asien zieht UNICEF eine positive Bilanz der Nothilfe. Dank der beispiellosen Unterstützung und der professionellen Nothilfe nach dem Tsunami starb in den Flutgebieten kein Kind an Seuchen oder Mangelernährung, und nahezu alle Kinder gehen heute wieder zur Schule.
Mit Unterstützung von UNICEF wurden 1,2 Millionen Kinder gegen Masern geimpft, 550.000 Kinder erhielten imprägnierte Moskitonetze zum Schutz vor Malaria und 1,4 Millionen Kinder wurden mit Schul- und Lernmaterial ausgerüstet. Tausende Helfer wurden ausgebildet, die mit psychosozialen Hilfsangeboten schätzungsweise 350.000 Kinder erreichten. Fast alle Waisenkinder konnten in Pflegefamilien untergebracht werden. In allen betroffenen Ländern hat UNICEF langfristige Wiederaufbauprojekte von Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung und des Kinderschutzes gestartet.
photo: ©UNICEF/Rudi Tarneden

Gleichzeitig weist UNICEF aber auf die anhaltend schwierige Situation der Bevölkerung in den am stärksten betroffenen Ländern hin:

    - Bis heute leben in den Tsunami-Gebieten in Indonesien, Sri Lanka und Indien mehr als 200.000 Menschen in überfüllten und zum Teil unhygienischen Barackensiedlungen oder Zelten; etwa ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche.

    - Für Nahrung, Trinkwasser und ärztliche Hilfe ist zwar gesorgt. Doch die meisten dieser Familien hängen weitgehend von Hilfe von außen ab. Sie haben in der Regel ihre Einkommensmöglichkeiten verloren.

    - Der Wiederaufbau von Häusern, Schulen, Gesundheitsstationen, Straßen und Brücken kommt nur langsam voran.

„Durch die weltweite Hilfsbereitschaft wurde eine Katastrophe nach der Katastrophe verhindert. Doch die große Herausforderung des Wiederaufbaus liegt noch vor uns“, sagte Dietrich Garlichs, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

„Der Wiederaufbau in den Tsunami-Gebieten wird Jahre dauern. Wir müssen dabei aufpassen, dass die Notwendigkeit der raschen Hilfe nicht auf Kosten dauerhafter Lösungen für die Bevölkerung geht“, sagte Gianfranco Rotigliano, Leiter von UNICEF Indonesien, in Berlin.

 

photo:©UNICEF/Rudi Tarneden

Schwerpunkte beim Wiederaufbau

UNICEF unterstützt weiter die soziale und medizinische Grundversorgung von hunderttausenden Kindern zum Beispiel durch Impfungen für alle Kinder, die Versorgung von Übergangssiedlungen mit Trinkwasser und Toiletten sowie den Bau von Übergangsschulen.  Gleichzeitig wurden mittel- und langfristige Wiederaufbauprojekte für Kinder vereinbart. Einige Beispiele:

(Indonesien)

- Bis Ende des Jahres sind 150 von 200 geplanten Behelfsschulen fertig gestellt. In den kommenden drei Jahren baut UNICEF 300 neue erdbebensichere Schulen und richtet 200 beschädigte Schulen wieder her.Spenden: SOS-Kinderdörfer weltweit Stichwort:

- Anfang 2006 beginnt in der Provinz Aceh der Bau von 200 Gesundheitszentren.

(Sri Lanka)

- UNICEF hat die Federführung beim Bau von 36 Gesundheitszentren und Krankenhäusern. 17 dieser Einrichtungen sind in Bau, bei acht laufen die Ausschreibungen.

- UNICEF unterstützt den Bau von 114 Übergangsschulen und baut 26 neue permanente Schulen. Die Grundsteinlegung der ersten Schule ist in diesem Monat.

(Indien)

- In den Bundesstaaten Andra Pradesh und Tamil Nadu werden 1.300 und auf den Andamanen-Inseln 145 Grundschulen mit Möbeln und Lernmaterial ausgestattet.

- Im Bundesstaat Kerala unterstützt UNICEF den Wiederaufbau von 16 Gesundheitszentren und 44 Kindergärten.

(Malediven)

- Auf den Malediven werden 35 Schulen und 21 Vorschuleinrichtungen wieder aufgebaut. 50 Vorschuleinrichtungen werden wieder hergerichtet und in Förderzentren für jüngere Kinder ausgebaut.

Herausforderungen

UNICEF setzt sich für einen raschen und unbürokratischen Wiederaufbau ein. Doch die Schwierigkeiten sind groß:

    - In allen betroffenen Ländern fehlt es an erfahrenen Fachkräften in lokalen Verwaltungen, aber auch an kompetenten Firmen.

    - Entscheidungen für Wiederaufbauprojekte sind langwierig. Oft ist nicht klar, ob und an welchem Ort eine Gemeinde wieder aufgebaut wird und wie viele Kinder dort zur Schule gehen werden.

    - Die überlebenden Menschen in den zerstörten Gemeinden müssen in die Planungen mit einbezogen werden, wenn die Projekte Bestand haben sollen. Dies kostet Zeit.

    - An vielen Orten sind die Eigentumsverhältnisse unklar, da alle Eigentumsregister vernichtet wurden. Dadurch ist es schwierig, Land für Aufbauprojekte zu identifizieren.

    - Viele Orte, zum Beispiel an der Westküste Sumatras in Indonesien, sind schwer zu erreichen. Die Hilfe muss aber gerecht verteilt sein und darf keine Bevölkerungsgruppen benachteiligen.

    - Die Koordination der großen Zahl von Hilfsorganisationen, Behörden und Firmen ist sehr aufwändig.

Spenden aus Deutschland

Die Bundesbürger haben für die UNICEF-Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe in Asien insgesamt 99 Millionen Euro gespendet. Hiervon wurden 53,1 Millionen Euro für die Sofort- und mittelfristige Hilfe eingesetzt. Weitere 45,9 Millionen Euro fließen ab 2006 in den langfristigen Wiederaufbau für Kinder in allen betroffenen Ländern.

 

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