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Transparenzpreis 2007 für die Kindernothilfe e.V.

Spendenorganisationen informieren ihre Spender deutlich
   umfassender und genauer als noch im vergangenen Jahr / Fast
   alle Wettbewerbsteilnehmer bieten nun Informationen im
   Internet an / Defizite noch bei der Offenlegung zukünftiger
   Projekte sowie deren Planung und Mittelverwendung
Frankfurt am Main (ots), 06 November 2007

Die deutschen Spendenorganisationen informieren ihre Spender deutlich umfassender und genauer über die Verwendung von Spendengeldern als noch im vergangenen Jahr. Zudem nutzen mittlerweile fast alle Wettbewerber um den Transparenzpreis das Internet und ermöglichen somit einer großen Anzahl von Spendern und der interessierten Öffentlichkeit schnellen Zugriff auf Informationen. Dennoch gibt es in Teilbereichen der Berichterstattung
noch Schwächen, z.B. hinsichtlich zukünftig geplanter Projekte und Initiativen sowie den hierfür benötigten bzw. eingeplanten Mitteln. Der Transparenzpreis wird in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) an deutsche Spendenorganisationen vergeben, die sich durch eine hervorragende Informationsvermittlung ihren Spendern gegenüber auszeichnen.

Sieger ist in diesem Jahr die Kindernothilfe e.V., Duisburg, die eine mustergültige Berichterstattung ihren Spendern gegenüber vorweisen kann - im Vorjahr hatte sie den dritten Platz belegt. Die Hilfsorganisation Médécins sans Frontières - Ärzte ohne Grenzen e.V.,Berlin, erreichte den zweiten Rang vor CARE International Deutschland e.V., Bonn. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert.

Die Preisträger des heute in Berlin verliehenen Transparenzpreises von PricewaterhouseCoopers (PwC): (von links nach rechts) Anne-Katrin Glase, Care International Deutschland e.V.; Dr.Jürgen Thiesbonenkamp, Kindernothilfe e.V.; Andreas Brüchle und Dr. Tankred Stöbe, Ärzte ohne Grenzen e.V.; Hans Wagener, PwC.
photo: obs/PriceWaterhouseCoopers

"Spender wollen wissen, was mit ihrem Geld geschieht. Das Niveau der Berichterstattung der Wettbewerber ist im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich gestiegen. Dies zeigt, dass PwC den Spendenorganisationen mit dem Transparenzpreis offensichtlich wichtige Orientierungshilfen zur besseren Kommunikation zwischen Spendern und Spendenorganisationen gibt", betont Hans Wagener, Sprecher des Vorstands von PwC. Eine Spendenempfehlung ist mit dem Transparenzpreis ausdrücklich nicht verbunden.

In diesem Jahr belohnt PwC zudem die Andheri-Hilfe Bonn e.V. mit einem Sonderpreis über 2.500 Euro und honoriert damit die im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserte Berichterstattung der Organisation. Die Andheri-Hilfe Bonn e.V. gehört zu den Organisationen mit dem niedrigsten Spendeneinkommen, die sich um den Transparenzpreis beworben hatten.

Am Wettbewerb um den Transparenzpreis 2007 beteiligten sich 43 Organisationen, die Spendeneinnahmen von mindestens einer Million Euro im Jahr 2006 aufweisen konnten und im karitativ-humanitären Bereich tätig sind. Der Transparenzpreis wurde im Frühjahr 2007
erstmals öffentlich in Tages- und Wochenzeitungen sowie im Internet ausgeschrieben. Im Vorjahr zählten 41 der nach Spendeneinnahmen 50 größten deutschen Spendenorganisationen zu den Teilnehmern, bei der erstmaligen Durchführung in 2005 waren es 33 von insgesamt 50.

Die Qualität der Informationen, die den Spendern öffentlich zur Verfügung gestellt werden, hat sich insgesamt deutlich verbessert. Die Mehrzahl der Wettbewerber erreichte in diesem Jahr zwischen 40 und 70 von insgesamt 100 erreichbaren Prozentpunkten. 2006 lag das Mittelfeld noch bei 20 bis 50 von 100 möglichen Wertungspunkten. Die Kindernothilfe e.V. brachte es mit ihrer Berichterstattung auf mehr als 90 Prozentpunkte, der Vorjahressieger Médécins sans Frontières - Ärzte ohne Grenzen e.V. erreichte im Vergleich hierzu mit gut 70 Prozentpunkten den ersten Platz. Ausnahmslos alle Teilnehmer, die sich bereits um den Transparenzpreis 2006 bewarben, haben ihre Berichterstattung verbessert. Spender können sich neben weiteren Informationen die Jahresberichte von 41 der 43 Wettbewerber auch im Internet ansehen. Im Vorjahr waren erst 28 von 41 analysierten Berichten online verfügbar.

"Einige Spendenorganisationen informieren mittlerweile mustergültig über ihre Tätigkeit und setzen Standards für die Berichterstattung. Damit hat PwC ein wesentliches Ziel des Transparenzpreises bereits erreicht", kommentiert Hans Wagener.

Nach Einschätzung der Jury hat sich insbesondere die Berichterstattung zu konkreten Projekten im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert: Die Organisationen informieren ihre Spender häufiger darüber, wie viel Geld in einzelne Vorhaben und Initiativen geflossen ist. Einen Überblick zu den Projektaufwendungen nach Land und Förderbereich geben 35 der 43 Spendenorganisationen.

Über ihre finanzielle Gesamtsituation informieren in diesem Jahr 33 der 43 Organisationen anhand einer Bilanz, 38 veröffentlichen eineGewinn- und Verlustrechnung bzw. Einnahmen- und Ausgabenrechnung. Im Jahr 2006 hatten erst 30 der 41 Spendenorganisationen eine Gewinn- und Verlustrechnung oder vergleichbare Angaben veröffentlicht. Außerdem beziffern 34 der 43 Organisationen (79 Prozent) die Höhe ihrer Werbe- und Verwaltungsausgaben. Im Vorjahr fehlten diese Angaben bei der Mehrzahl der Teilnehmer.

Ein Schwachpunkt ist bei den meisten Organisationen nach wie vor die Berichterstattung über die Vergütungen der Organe und deren Zusammensetzung. Nur fünf Organisationen nennen die Vergütungen von Vorstand und Geschäftsführung, im Vorjahr taten dies zwei Wettbewerber. "Vorbildlich ist hier die Organisation Médécins sans Frontières - Ärzte ohne Grenzen e.V., die im Jahresbericht erstmals die Vorstandsbezüge und Geschäftsführergehälter einzeln offen legt", stellt Hans Wagener fest.

Ausgesprochen verbesserungswürdig sind bis auf wenige positive Ausnahmen die Angaben der Spendenorganisationen zur Bewertung durchgeführter Projekte. Beispielgebend ist hier die Deutsche Welthungerhilfe e.V. Auch Informationen zu internen Kontrollen sind noch lange nicht selbstverständlich - so informieren z.B. nur 21 der 43 Organisationen darüber, wie sie den korrekten Einsatz der Spenden überwachen. Sehr gut schneiden hier die Deutsche Welthungerhilfe e.V., CARE International Deutschland e.V., Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe ab.

Durchgängig schwach sind die Informationen der Spendenorganisationen zu Perspektiven und Risiken ihrer Tätigkeit. Eine ausführliche Planung für das kommende Geschäftsjahr veröffentlichten nur vier Organisationen. Einblicke in geplante Projekte sowie deren Zielsetzungen und Finanzierung geben die Organisationen in der Regel nicht.

In Deutschland gibt es - im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern - keine verbindlichen Regeln für die Berichterstattung von Spendenorganisationen. Ziel von PwC ist es, die bestehende Lücke an gesetzlichen Vorgaben zu schließen und den Spendenorganisationen durch Best-Practice-Beispielen Orientierungshilfen für die Berichterstattung zu bieten. Bewertungsgrundlage ist ein Kriterienkatalog, den PwC gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Rechnungslegung und Prüfung der Georg-August-Universität Göttingen entwickelt hat. Am Wettbewerb können derzeit deutsche Spendenorganisationen teilnehmen, die u.a. ein Spendenaufkommen von über einer Million Euro vorweisen, im humanitär-karitativen Bereich tätig sind. Die Organisationen, die in diesem Jahr die ersten drei Plätze belegen sowie in die engere Wahl der Preisträger kamen, sind:

1.   Kindernothilfe e.V
2.   Médécins sans Frontières - Ärzte ohne Grenzen e.V.
3.   CARE International Deutschland e.V.
4.   Deutsche Welthungerhilfe e.V.
5.   Plan International Deutschland e.V.
6.   Deutscher Caritasverband e.V.
7.   Brot für die Welt
8.   Deutsche Leukämie Forschungshilfe e.V. / Deutsche
     Kinderkrebsstiftung
9.   Diakonie Katastrophenhilfe
10.  Renovabis e.V.

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