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Ägypten: Ende eines grausamen Brauchs

6. Februar: Internationaler Tag gegen Weibliche Genitalverstümmelung

Rausdorf (ots), 04. Februar 2008

Ein Buch der obersten Islamgelehrten und Regierungsvertreter Ägyptens ist das hoffnungsvolle Ergebnis der Gelehrten-Konferenz der deutschen Menschenrechtsorganisation "TARGET - Rüdiger Nehberg." Es ächtet die Weibliche Genitalverstümmelung und wurde in 90 000 Moscheen verteilt.

Pünktlich zum 6. Jahrestag gegen Weibliche Genitalverstümmelung (6. Februar) händigt der Religionsminister von Ägypten, Prof. Dr. Zakzouk, dem Menschenrechtler Rüdiger Nehberg ein 35 Seiten starkes Büchlein aus. "Das ist das Resultat Ihrer Gelehrtenkonferenz!" Sie fand am 22./23. November 2006 in der Azhar zu Kairo statt. Prof. Ali Gom'a hatte die Schirmherrschaft für die Konferenz übernommen.

Das Buch stellt eine klare Absage an den 5000 Jahre alten Brauch dar. In Ägypten sind 97 % der ägyptischen Mädchen und Frauen davon betroffen. Die Schrift des Religionsministers wurde allen Imamen des Landes ausgehändigt und ist eine unmissverständliche Anweisung der obersten ägyptischen Gelehrten, dem Brauch mit allen Mitteln entgegenzutreten. Darüber hinaus unterstützt es die seit Sommer 2007 von Präsident Mubarak begonnene Kampagne gegen das Verbrechen. Nach dem Tod zweier Mädchen infolge der Verstümmelung ließ er den betroffenen Ärzten Berufsverbot erteilen. Ihr Krankenhaus wurde geschlossen. Auch die Eltern müssen sich vor Gericht verantworten. Ein Gesetz zum Schutz der Mädchen ist in Vorbereitung.

Beschneidungsbesteck in den Händen einer Verstümmlerin
photo: TARGET

Zitate aus dem Buch des Religionsministeriums "Weibliche Genitalbeschneidung ist kein islamischer Ritus":

Religionsminister Zakzouk: "Ein abscheulicher Brauch...weder geistig noch religiös gerechtfertigt ...schlechte Tradition mit verheerenden Konsequenzen ... ."

Prof. Dr. Muhammad Tantawi, Großsheikh der berühmten Azhar-Universität, geistiger Führer des sunnitischen Islam: "Weibliche Genitalverstümmelung ist durch nichts in den Heiligen Schriften gerechtfertigt."

Prof. Ali Gom'a, Großmufti im Justizministerium: "Ein Verbrechen, das gegen höchste Werte des Islam verstößt."

Prof. Dr. Yusuf Qaradawi, weltbekannter Gelehrter aus Katar: "Der Brauch muss verboten werden, wenn nachweislich Schäden entstehen."

Gesundheitsminister Dr. Hatim Al-Jabali: "Führt eine medizinische Person die Weibliche Genitalbeschneidung durch, verstößt sie gegen die Gesetze und Bestimmungen, die die Ausübung des Arztberufes regeln. Alle bisherigen anderslautenden Beschlüsse werden ab sofort annulliert. Das Parlament ist angewiesen, scharfe Sanktionen festzulegen."

Über das eigentliche Thema hinaus ist die Schrift aus dem Ministeramt ein Dokument der Menschlichkeit. Minister Zakzouk: "Alle Menschen in dieser Welt sind Brüder und Schwestern, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Sprache und Religion."

Weibliche Genitalverstümmelung wird in 35 Ländern der Welt in unterschiedlicher Schwere und Verbreitung praktiziert. Weltweit sind 150 Mio. Frauen davon betroffen, täglich gibt es 8000 neue Opfer. Jedes dritte Mädchen stirbt bei der schlimmsten Form, der sogenannten Pharaonischen Verstümmelung. Auch in Europa, auch in Deutschland, sind Mädchen von Eltern aus Verstümmelungsländern davon bedroht.

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