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Botschafterin Senait Mehari: "Die Kinder und ihre Familien brauchen unsere Hilfe jetzt mehr denn je."

Duisburg / Gulu, 01. September, 2006, Kindernothilfe
Die Kindernothilfe will die Menschen in Norduganda nach dem Friedensabkommen zwischen der Regierung und den Rebellen der Lord´s Resistance Army (LRA) noch mehr als bisher unterstützen. Mehrere Tausend ehemalige Kindersoldaten werden demnächst zurückkehren. Sie müssen zusammen mit ihren Familien und den anderen Bewohnern wieder in einen geregelten Alltag finden. Nach 19 Jahren Bürgerkrieg ist diese Situation für die Menschen ohne Hilfe von außerhalb kaum zu bewältigen.

Kinder warten vor dem Night Shelter in Gulu darauf, einen sicheren Schlafplatz für die Nacht zu bekommen. Foto: Frank Peterschroeder/ Kindernothilfe
photo: Frank Peterschroeder, Kindernothilfe
Die Sängerin und ehemalige Kindersoldatin Senait Mehari bei ihrem Besuch in Gulu, Norduganda. Foto: Frank Peterschroeder/ Kindernothilfe Die Sängerin und ehemalige Kindersoldatin Senait Mehari bei ihrem Besuch in Gulu, Norduganda. Foto: Frank Peterschroeder/ Kindernothilfe
photo: Frank Peterschroeder, Kindernothilfe
Die ehemalige Kindersoldatin aus Eritrea und Botschafterin der Kindernothilfe, Senait Mehari, hat ein Projekt der Organisation in Gulu besucht. Dort unterstützt das Hilfswerk ein Projekt von `Noahs Arch´, das Kindern bisher als Anlaufstelle diente und sie so vor Zwangsrekrutierungen und Missbrauch schützte oder die Kinder in ihre Familien zurück vermittelte.

"Auch wenn es künftig hoffentlich keine Zwangsrekrutierungen in Norduganda mehr geben wird, brauchen die Menschen vor Ort  unsere Unterstützung jetzt mehr denn je", erläutert Senait Mehari die neue Situation. "Die Menschen müssen nun lernen miteinander zu leben. Das ist besonders schwer, weil Opfer und Täter Tür an Tür zusammen leben."
Seit Abschluss der Friedensgespräche strömen mehrere tausend ehemalige Kindersoldaten und ihre Kommandeure, die seit ihrer frühesten Kindheit der LRA angehörten,  in Auffanglager. Doch zusammen mit den anderen rund 1,8 Mio Flüchtlingen sollen sie bald in die Heimat zurückkehren. Auf ein gemeinsames Leben in Frieden sind die Menschen nicht vorbereitet.

Hilfswerke wie die Kindernothilfe bemühen sich jetzt intensiv darum, Projekte zu entwickeln, die die Kinder und ihre Familien nach ihrer Rückkehr in ihre Dörfer auffangen. Dazu gehört, den Menschen zu helfen, sich eine Lebengrundlage z.B. durch Landwirtschaft zu schaffen. Die Menschen müssen nach vielen Jahren der Abhängigkeit erlernen, wieder selbständig für ihren Lebensunterhalt zu sorgen und ihr Leben zu organisieren. Zudem plant die Kindernothilfe Maßnahmen wie Workshops, in den die Menschen ihre traumatischen Erlebnisse verarbeiten sollen.

Senait Mehari setzt viel Hoffnung in die Arbeit der Kindernothilfe und ihrer Partner: "Bei meinem Besuch habe ich gemerkt, dass die Kinder keine "verlorenen" Kinder sind; ich bin selbst so aufgewachsen und kannte keine andere Welt. Aber ich habe die wenigen Chancen, die sich mir boten, ergriffen, aus meinem Leben etwas zu machen. Diese Kraft habe ich auch bei den Kindern, die das Zentrum von Noahs Arch besuchten, gespürt. Wir müssen ihnen weitere Chancen bieten."

Die Kindernothilfe bittet um Unterstützung für die Kinder in Norduganda.

Spenden bitte unter dem Stichwort "Norduganda Z57143" auf folgendes Konto: Nummer 45 45 40, BLZ: 350 601 90 (KD-Bank)


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