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Amazonien: Straßen der Zerstörung

WWF informierte heute in Hamburg über seine Rettungsinitiative für den größten Regenwaldblock der Erde

Hamburg (ots), 26. Oktober 2007

Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre wurden in Amazonien pro Minute mindestens 4,5 Fußballfelder Regenwald gerodet. WWF-Aktivisten warnten heute bei einer Aktion im Hamburger Hafen davor, dass in Brasilien bis zum Jahr 2050 die Hälfte der jetzt noch vorhandenen Regenwälder unwiederbringlich verloren sein wird, wenn die Zerstörung so weitergeht wie bisher. Voraussetzung dafür ist der Straßenbau: Denn mehr als 80 Prozent der Regenwaldvernichtung finden im Umkreis von fünf Kilometern entlang von legalen und illegalen Straßen statt. Dies belegt die aktuelle WWF-Studie "Straßen der Zerstörung", in der die Mechanismen der Regenwaldzerstörung im Amazonasgebiet dargelegt werden.

Auftakt der bundesweiten Amazonas-Rettungsinitiative des WWF: WWF-Aktivisten warnen am 26.10.2007 im Hamburger Hafen davor, dass bis 2050 die Hälfte der brasilianischen Regenwälder verloren ist, wenn die Abholzung weitergeht wie bisher. Das größte Regenwaldgebiet der Erde gilt als einzigartige Schatzkammer der Artenvielfalt und als eine der wichtigsten natürlichen Klimaanlagen der Erde. Der WWF setzt sich dafür ein, dass bis 2012 ein riesiges Schutzgebietsmosaik von der Größe Spaniens aufgebaut wird, um die Entwaldungsfront in Brasilien zu stoppen. (c) WWF/Fred Dott. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de - Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Abdruck bitte unter Quellenangabe: "obs/WWF Deutschland"
photo: WWF, Fred Dott

Die Aktion ist Teil einer bundesweiten Amazonas-Rettungsinitiative des WWF: Angesichts der anhaltenden Bedrohung des mit Abstand größten zusammenhängenden Regenwaldblocks der Erde bündeln die Umweltschützer derzeit ihre Kräfte und machen in den nächsten Monaten gezielt darauf aufmerksam, dass die Entwaldungsfront aus Süden und Südosten kommend immer tiefer in bislang unberührte Regionen vordringt.

"Jeder Baum, den wir vor den Baggern, vor illegaler Holzfällerei und vor dem Vormarsch der Soja-, Zucker- und Rindfleischindustrie retten, zählt: Denn wenn die Regenwälder Amazoniens vernichtet werden, verliert die Welt nicht nur eine einzigartige Schatzkammer der Artenvielfalt, sondern auch eine der gigantischsten natürlichen Klimaanlagen", warnte WWF-Geschäftsführer Eberhard Brandes heute in Hamburg.

WWF-Kollegen aus aller Welt engagieren sich derzeit in Amazonien für ein ganzes Netz aus einzelnen Schutzgebieten, das den noch vorhandenen Regenwald wie ein Schutzgürtel vor der heranrückenden Entwaldungsfront bewahren soll. Der WWF Deutschland hat 2006 die Verantwortung für den Nationalpark Juruena im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso übernommen.

Als Partner des brasilianischen Regierungsprogramms ARPA (Amazon Region Protected Area) setzt sich der WWF dafür ein, dass bis 2012 ein riesiges Schutzgebietsmosaik in der Größe Spaniens (etwa 50 Millionen Hektar) aufgebaut wird. Nachdem bereits nahezu die Hälfte der Fläche schneller als vorgesehen unter Schutz gestellt wurde, arbeitet der WWF nun verstärkt daran, dass die Naturschutzmaßnahmen in diesen Gebieten durch einen ARPA-Treuhandfonds langfristig abgesichert werden. Dafür sind mindestens 240 Millionen US-Dollar nötig. "Ohne finanzielle Hilfe ist ein so großes Umweltschutzprogramm nicht möglich", erläuterte Brandes. "Der WWF Deutschland hat sich deshalb ein ehrgeiziges Ziel gesetzt und möchte in den nächsten Jahren mit mehreren Millionen Euro den Naturschutz im Juruena-Nationalpark vorantreiben. Damit uns das gelingt, haben wir eine große Spendenoffensive gestartet, die sich an jeden Einzelnen von uns richtet. Und auch bei Politikern und Unternehmen werben wir verstärkt um Unterstützung."

Prominenten Beistand leistete bereits heute das Künstlerpaar John Kelly und Maite Itoiz: Der ehemalige Frontmann der Kelly Family und die baskische Sängerin wurden kürzlich während einer Reise durch das brasilianische WWF-Projektgebiet Juruena zu Amazonas-Botschaftern des WWF ernannt. Gemeinsam mit den WWF-Aktivisten warben sie heute in Hamburg für die Amazonas-Rettungsinitiative: "Es war schockierend zu sehen, wie der Regenwald durch Brandrodung zerstört und alles in undurchdringlichen Rauch gehüllt wird. Bevor wir oder unsere Kinder die dramatischen Folgen zu spüren bekommen, muss jeder von uns etwas dagegen tun. Deshalb unterstützen wir das Amazonas-Projekt des WWF."

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