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WWF Jean-Jacques Ruchti Grauwal Fluke
©WWF

Shell will kein zweites „Brent Spar”

WWF begrüßt Schritte zum Schutz der Grauwale vor der Küste Russlands

Der WWF begrüßt die Entscheidung der unter Federführung der Shell AG stehenden „Sakhalin Energy Investment Company“, die Route einer umstrittene Pipeline zur Öl- und Gasförderung im Ochotskischen Meer vor der russischen Insel Sachalin zu verlegen. Die Pipeline sollte ursprünglich mitten durch die Nahrungsgründe der stark gefährdeten letzten 100 Westpazifischen Grauwale verlaufen. Mitte Februar  hatten unabhängige Walforscher der Weltnaturschutzunion IUCN das Projekt kritisiert, weil Lärm und Ölverschmutzung die Tiere gefährden. Ähnlich hatte sich 2004 auch die Internationale Walfangkommission IWC geäußert. Shell hat jetzt reagiert und will die Pipeline 20 Kilometer weiter südlich bauen, so dass die Nahrungsgebiete der Wale nicht mehr betroffen sind.
„Das ist ein Sieg der Vernunft. Er wäre ohne den Druck der lokalen Bevölkerung, vieler Umweltverbände, Wissenschaftler und Regierungen nicht zustande gekommen. Für Shell geht es vor allem darum, einen ähnlichen Image-Schaden wie bei der Versenkung der ‚Brent Spar’ zu verhindern“, kommentiert WWF-Artenschützer Stefan Ziegler.
WWF Jean-Jacques Ruchti Grauwal Fluke
©WWF
Entwarnung für die Grauwale gebe es aber noch nicht, betont der WWF. Denn bislang hält Shell am Bau einer ebenfalls umstrittenen Förder-Plattform in der Piltun-Bucht vor der Küste Sachalins fest. „Auch für die Plattform muss Shell nach Alternativen suchen“, betont Ziegler. Diese hatten auch die IUCN-Walforscher gefordert. Vor allem bei den Bauarbeiten könnten Wale durch Kollisionen mit Schiffen getötet werden. Erst wenn jede Gefahr für die Grauwale ausgeschlossen sei, dürfe mit der Ausbeutung der Öl- und Gasvorkommen begonnen werden. Vorher dürfe es auch keine Kredite der Europäischen Entwicklungsbank (EBRD) geben, so der WWF.
WWF Jean-Jacques Ruchti Grauwal Fluke
©WWF
Vor Sachalin liegen bedeutende Öl- und Gasvorkommen. Seit 1998 werden sie ausgebeutet, weitere Ausbaustufen sind geplant. Vor allem die enorme Lärmbelastung durch Ölbohrungen und Sprengungen für den Bau neuer Anlagen macht den Grauwalen zu schaffen. Die Tiere, die sich per Schallwellen orientieren und kommunizieren, reagieren sensibel auf Lärm. Forscherteams registrieren seit 1999 vermehrt abgemagerte Tiere, und auch die Fortpflanzung leidet unter den Störungen. Die Westpazifischen Grauwale sind nach Angaben des WWF einer der am stärksten bedrohten Walbestände der Weltmeere. Unter den schätzungsweise hundert verbliebenen Tieren leben nur noch 23 fortpflanzungsfähige Weibchen. Die bis zu 35 Tonnen schweren und 14 Meter langen Tiere halten sich in den Sommermonaten in der Piltun-Bucht auf. Der WWF fordert die Einrichtung eines Schutzgebietes rund um die Bucht im Norden der Insel.
Beitrag von WWF
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