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Kongo: "Die Zukunft bedeutet zu sterben"

Ärzte ohne Grenzen startet internationales Multimediaprojekt Betroffene berichten aus der Kriegsregion

Berlin, 23. November 2008

Die unter Krieg und Vertreibung leidenden Menschen in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu erhalten von der internationalen Gemeinschaft nicht genug Aufmerksamkeit und Hilfe. Die aktuellen Kämpfe haben die Krise im Osten der Demokratischen Republik Kongo zwar wieder in die Medien gebracht, die Menschen in den Kivus leiden jedoch bereits seit Jahren unter einem gewaltsamen Konflikt. Mit einem internationalen Multimediaprojekt will Ärzte ohne Grenzen ihnen nun eine Stimme geben. Die internationale Hilfsorganisation ist eine der wenigen, die noch in der Region arbeiten. Das Projekt "Condition Critical" zeigt die Lebenssituation in Nord- und Süd-Kivu und lässt deren Bewohner selbst zu Wort kommen. "Das Leben eines jeden in den Kivus ist von Gewalt geprägt", sagte Helen O'Neill, stellvertretende Programmverantwortliche für die dortigen Projekte, am Donnerstag bei der Projektvorstellung in Berlin. "Ihr Alltag ist ein Kampf ums Überleben."

In den Kivus sind Häuser und Ländereien zu Schlachtfeldern geworden. Die Kinder kennen nichts anderes als Konflikt und Krieg. "Die Zukunft bedeutet zu sterben", sagt ein 18-jähriger Malaria-Patient von Ärzte ohne Grenzen. Zehntausende Menschen wurden aus ihren Dörfern vertrieben. Ärzte ohne Grenzen ist äußerst besorgt um diejenigen, die immer wieder vor den andauernden Kämpfen fliehen müssen. Sie brauchen dringend Nahrung, Wasser, medizinische Hilfe, Decken, Hygieneartikel und Unterkünfte.

Wegen der aktuellen Kämpfe kommt es häufiger zu Cholera-Fällen, auch an Orten, an denen die Krankheit üblicherweise nicht auftritt. Die Sanitärsituation ist mangelhaft, es fehlt an sauberem Wasser, die Bevölkerung ist ständig in Bewegung und die Vertriebenenlager sind überfüllt. Als Reaktion auf die sich verschlechternden Lebensumstände intensiviert Ärzte ohne Grenzen die Nothilfe in der Region.

Derzeit arbeiten Teams in der Stadt Goma und anderen Orten in Nord- und Süd-Kivu, unter anderem in Rutshuru, Kibati, Kiwanja, Masisi, Kitchanga, Mweso, und Kayna. Die Teams führen Notfallchirurgie durch, behandeln Schusswunden und Verbrennungen und versuchen mit mobilen Kliniken diejenigen zu erreichen, die in abgelegenere, sicherere Gebiete geflohen sind. Sie arbeiten in Krankenhäusern und Gesundheitszentren, reagieren auf Epidemien wie Cholera, versorgen Opfer sexueller Gewalt und bieten psychologische Unterstützung an.

Zum Multimediaprojekt "Lage: Dramatisch" >>

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